Im Fokus: Digitale Vermittlung

Das Digitale wird in unserem Alltag und dementsprechend auch in den Museen immer wichtiger. Doch wie können wir das Digitale in der Vermittlungspraxis reflektiert einsetzen?

Über welche Werkzeuge und Kompetenzen müssen Museumsvermittler/innen verfügen? Wie verändert der Einsatz von digitalen Tools die Vermittlungspraxis?

Diese und weitere Fragen sollen in den kommenden zwei Jahren 2018 und 2019 an verschiedenen Veranstaltungen und

Austauschtreffen von mediamus diskutiert werden. Der Auftakt dazu bildet die Mitgliederversammlung vom 9. April 2018 im Museum für Gestaltung in Zürich, an welcher wir die Haltung von mediamus gegenüber der digitalen Vermittlung an konkreten Praxisbeispielen durchspielen werden.

mitgliederversammlung 2018

Die Haltung von mediamus zur digitalen Vermittlung

Die Digitalisierung ist bereits fester Bestandteil unseres Alltags und hat auch Einzug in die Museen gehalten. Wie kann man dort den Umgang mit dem Digitalen bewusst und aktiv gestalten? Es ist wichtig und notwendig, dass die Vermittelnden im und fürs Museum sich in Bezug auf diesen Bereich Gedanken machen und eine Position beziehen. Diese Charte gibt die derzeitige grundsätzliche Haltung von mediamus wieder und soll als Orientierungshilfe dienen.

mediamus versteht diesen Beitrag als ein "Work in Progress". Er wird laufend den kulturellen Veränderungen und Neuerungen angepasst. Wir laden Mitglieder ein, weiter zu denken, zu ergänzen, abzuändenr und zu korrigieren. Anregungen auf info@mediamus.ch

 

  • Digitale Vermittlung ist Werkzeug und gesellschaftlicher Prozess zugleich; ihr Potenzial, Strukturen zu verändern und neue Vermittlungsformen zu generieren wird grundsätzlich positiv gewertet.

 

  • Die Ansätze der digitalen Vermittlung folgen dabei der allgemeinen Haltung des Museums; die Ziele der digitalen Vermittlung stimmen insbesondere mit denjenigen der Vermittlungsstrategie des Museums (oder der Institution) überein.

 

  • Die Digitalisierung verlagert die Vermittlung teilweise an einen neuen Ort, ausserhalb des Museums. Damit geht ein Kontrollverlust der Institutionen einher; dieser muss jeweils in einem sinnvollen Verhältnis zur ermöglichten Teilhabe stehen.

 

  • Digitale Vermittlung verfolgt wie alle Vermittlungsansätze und -formate grundsätzlich das Ziel, Austausch, Verstehen und Nachdenken zu fördern sowie unterschiedliche Denk-, Sprach- und Handlungsebenen unterschiedlichster Akteure einzubinden.

 

  • Digitale Vermittlung ermöglicht allen Beteiligten ein selbstermächtigendes Lernen – sei es die Erweiterung von fachlichen, kreativen oder sozialen der persönlichen Kompetenzen – oder die Teilhabe an künstlerischen und gesellschaftlichen Prozessen.

 

  • Digitale Vermittlung ist auch Erlebnis und Spass. Der bewusste Umgang mit den jeweiligen digitalen Medien ist ebenfalls Teil der Vermittlung.

 

  • Digitale Vermittlung wird immer in Abstimmung mit anderen Vermittlungsformen (personalen, medialen) erarbeitet und gezielt und reflektiert eingesetzt. Digitale Vermittlung erzeugt jedoch einen eindeutigen Mehrwert (stärkerer Austausch und Vernetzung der BesucherInnen, erweiterter oder publikumsspezifischer Zugang zu Inhalten, einfacherer Wissensgewinn, Ingangsetzung kreativer Prozesse, grössere Teilhabe usw.).

 

  • Die Verwendung digitaler Elemente wird für jedes Format und jede Besuchergruppe auf ihren sinnvollen und nachhaltigen Einsatz überprüft, Aufwand und Ertrag für TeilnehmerInnen sowie für die Institution gegeneinander abgewogen.

 

  • Es besteht jederzeit und für alle Beteiligten Klarheit über den Ablauf der Prozesse, den Umgang mit den Daten und die Verwendung der Resultate.

 

Ecsite: "Humans versus machines: Who is the better

museum mediator"

An der diesjährigen Ausgabe der internationalen Ecsite-Tagung am 8. Juni 2018 in Genf gestalten mediamus und Kulturvermittlung Schweiz (KVS) gemeinsam eine Session zum Thema "Humans versus machines: Who is the better museum mediator".

Mit dabei sind: Diane Drubay, Spezialistin für digitale Strategien in Museen, Gallus Staubli, Leiter für Bildung und Vermittlung im Museum für Kommunikation Bern, Tiina Huber, Geschäftsleiterin KVS sowie Isabelle Chappuis, Museumskoordinatorin und Vorstandsmitglied von mediamus.

Im Rahmen der einstündigen Session reflektieren wir die Entwicklung der künstlichen Intelligenz in der Museumswelt

und beleuchten, wie wissenschaftliche und kulturelle Bildung und Vermittlung mit künstlicher Intelligenz kombiniert werden kann, um den - wie wir ihn nennen - besten Museumsvermittler zu erschaffen. Es soll unsere Gesellschaft dazu inspirieren, ein Vermittlungstool zu kreieren, das nicht nur intelligent ist und fähig ist, neue Erlebniswelten zu erschaffen, sondern auch einen menschlich geprägten Zugang verfolgt.

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Publikationen und Tools zur digitalen Vermittlung

In dieser Rubrik finden Sie Links zu Publikationen und Tools im Themenbereich "Digitale Vermittlung im Museum". Weitere Tipps nehmen wir gerne entgegen unter info@mediamus.ch.